Damals in der Fakultät: Offene Netzwerkstruktur

10.03.2015 - Janine Bruder

weber In unserer Serie „Damals in der Fakultät“ fragen wir Sie im März: Wissen Sie, wer die „Offene Netzwerkstruktur“ entwickelte? Die Antwort lesen Sie hier.

Im Jahr 1988 gelang Prof. Wolfgang Weber, Lehrstuhl für Datenverarbeitung, ein entscheidender Durchbruch: die Entwicklung der „offenen Netzwerkstrukturen“. Mit einem so genannten Front-End-Rechner war dadurch erstmals die Kommunikation zwischen Computern verschiedener Hersteller und Betriebssysteme möglich. Im Gegensatz zu den bisherigen Systemen der damaligen Zeit, wie z.B. Manufactoring Automation Protocol (MAP) von General Motors oder Technical Office Protocol (TOP) von Boing, ließen sich mit dem Front-End-Rechner Geräte vom Großrechner bis zum einfachen Homecomputer parallel oder seriell sowohl innerhalb eines Hauses als auch weltweit miteinander vernetzen. Front-End-Rechner kosteten damals etwa zwischen 3000 und 5000 DM.

Zur Person

Wolfgang Weber, 1937 in Berlin geboren, leitete von 1973 bis zu seiner Emeritierung 2002 den Lehrstuhl für Datenverarbeitung an der RUB. Er gehörte zu den Pionieren der Datenverarbeitung und war zugleich ein äußerst engagierter Gründer von Universitäten und Fakultäten im In- und Ausland. Im Rektorat von Prof. Dr. Peter Meyer-Dohm war er von 1977 bis 1979 zudem Prorektor für Struktur der RUB. 2005 wurde Prof. Weber das Bundeverdienstkreuz verliehen. Fünf Jahre später erhielt er für „das Lebenswerk einer ganzheitlich orientierten Persönlichkeit von hohem Ethos, die im Raum der Wissenschaft und lebensweltlich wegweisend, öffnend und völkerverbindend gewirkt hat“ die „Goldene Eule“ der Sokratischen Gesellschaft, die nur alle fünf Jahre vergeben wird. 2012 verstarb Prof. Weber.

Foto (von links): Das Entwicklungsteam „Offene Netzwerkstruktur“ - Rudolf König, Dr. Hartmut Thomalla, Prof. Dr. Wolfgang Weber, Reinhold Hölzgen. (Quelle: Universitätsarchiv Bochum, F-03145)

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