Virtuelle Souvenirs aus der Parallelwelt

Schon seit Stunden sitzen die FluxFingers angespannt vor den Monitoren. Konzentriert verfolgen sie lange Codezeilen, dann ein Zwischenruf. Es folgt eine eilige Lagebesprechung in der Mitte des Raums, ein kurzer Abgleich aller Informationen. Realistisch betrachtet arbeitet hier eine Studiengruppe in Gebäude IC auf dem RUB-Campus.

fluxfingers1 Mit einem Fünkchen Phantasie entsteht jedoch schnell die Vision von den IT-Spezialisten, die im digitalen Wettstreit auf viele anonyme Gegenspieler treffen. Eilig suchen die Eindringlinge ihr Ziel, handeln diskret und ziehen sich unerkannt wieder zurück. Ihre Beute sind virtuelle Flaggen, die auf fremden Servern versteckt sind. Sicherheitslücken der Software ermöglichen ihnen den Zugang in das gegnerische System, während das eigene gegen Angreifer abgesichert werden muss.

Unter dem Motto „Capture The Flag“, kurz CTF, gewinnt in diesen internationalen Wettbewerben das Team, das die eigene Software am besten absichern und die meisten gegnerischen Flaggen erbeuten konnte. Dabei dient nicht etwa der greifbare Wimpel als Nachweis für erfolgreiches Einschleichen, sondern virtuelle Souvenirs – meist lange Zeichenketten. Sie können während des Wettbewerbs von den Suchenden und im Nachhinein eindeutig vom Spielleiter identifiziert werden.

fluxfingers2 Für das Hochschulteam der Ruhr-Universität Bochum bedeuten diese Hacker-Termine nicht allein pures Vergnügen, vielmehr treffen die Studierenden hier auf das hochkomplexe Fachgebiet der Angewandten Applikationssicherheit. Durch die regelmäßige Herausforderung wissen sie, was andere können, schärfen Ihre eigenen Sinne und stehen in Kontakt zur weltweiten CTF-Szene.