Bauteile in persönlicher Bestform

wawi1 Bochum, 15. Juli 2010. Auf einer einsamen Waldlichtung. Gefühlte Spannung und Temperaturen sind in Höchstform, Hitze flimmert über dem Parcours. Die Organisatoren haben auch in diesem Jahr weder Kosten noch Mühen gescheut, die Zuschauer warten ungeduldig. Es ist höchste Zeit an den Start zu gehen: Zeit für Ing.redible Devices!

Auf das Finale des Studierendenwettbewerbs fiebern die Teilnehmer spätestens seit gestern Abend hin. Am Vortag nutzten die sechs Teams die zur Verfügung stehenden knappen vier Stunden, um ein buntes Sammelsurium an Bauteilen in ihre persönliche Bestform zu bringen. Das bedeutet einen Nachmittag lang hinter Sichtschutzwänden löten, stecken oder sägen, denn Entwicklungsspionage ist definitiv untersagt. Die diesjährige Vorgabe: Baut ein HOWPORC-Vehicle!

Planen, bauen, testen und optimieren

Also ein „hot wire powered remote controlled tracked vehicle“, frei übersetzt so viel wie ein Kettenfahrzeug, das über ein Kabel ferngesteuert betrieben wird. Und das einen Kunststoff-Block über eine verwinkelte Wegstrecke möglichst schnell vor sich herschiebt. Das ist eine Herausforderung, wenn man bedenkt, dass die Zweitsemester der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit planen, bauen, testen und natürlich auch optimieren sollten.

Die einzig wahre Lösung gibt es nicht, denn in diesem Wettbewerb führen viele Wege zu einem funktionierenden Ergebnis. Dass die Aufgabe mit der zur Verfügung gestellten Ausrüstung auf jeden Fall gelöst werden kann, haben die Organisatoren zuvor in einem „Probebasteln“ getestet. Die Studierenden aus höheren Semestern treffen sich seit Monaten, um eine geeignete Aufgabenstellung zu entwickeln.

Energie am heißen Draht erspielen

wawi2 Für die notwendige Energie sorgt im Finale eine Autobatterie. Dies allerdings nur dann, wenn ein Teil der Gruppe vorher und während der Fahrt immer wieder genügend Zeit über den kunstvoll gebogenen „Heißen Draht“ erspielt. Ein kühler Kopf und eine ruhige Hand ist da ohne Zweifel angeraten. Wer die Route über die Holzkonstruktion schnellstmöglich meistert, darf sich ein Jahr lang von seinen Kommilitonen als Gewinner feiern lassen. Wenn das kein Anreiz ist!

Das dachte sich auch das Gewinner-Team mit dem sagenhaften Namen „Die autonomen Lötzinn-Schmeißer“ und fuhr die schnellste Zeit in unter einer Minute. Augenzeugen berichten von großer Freude und anschließender Live-Musik am Lagerfeuer. Ausgelobt wird der Wettbewerb einmal im Jahr von der VDE Hochschulgruppe und dem Tutorium der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, das Finale findet im Rahmen des alljährlichen Waldwiesenfests statt.


wawi8 von links nach rechts: Die Gruppe erspielt kurz vor dem Start das Energie-Guthaben am "Heißen Draht". Dann über den Parcours, ferngesteurt die Ecke meistern und den Kunststoff-Block möglichst schnell ins Ziel schieben. Gewonnen!