Wir sind die Roboter

Konzentrierte Stille, die Roboter machen den ersten Schritt. Jetzt setzt der Rhythmus ein, mechanisch folgen die menschlichen Roboter. Mit angewinkelten Armen, starrem Gesichtsausdruck und blinkenden Krawatten bewegen sie sich in Richtung Kamera. Die Jugendlichen sind Teilnehmer eines bilingualen Workshops der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.

choreographie

Die 20 Schülerinnen und Schüler kommen aus Bochum, Berlin, Baden-Württemberg, aus Albi, Lyon oder Rennes. Ihnen stehen in dieser Woche nur 15 Stunden zur Verfügung, um ein ambitioniertes Ziel zu erreichen: Sie werden Roboter programmieren, löten, eine Choreographie entwickeln, tanzen, sich selber filmen und letztendlich ein Video erstellen, das den Workshop dokumentiert. Studierende und Mitarbeiter der Fakultät und des Multimedia Support Zentrums (MSZ) der Ruhr-Universität Bochum unterstützen die Teilnehmer dabei.

Technisches Neuland im Schülerlabor

interview In drei Arbeitsgruppen stellen sich die 13- bis 17-Jährigen im Alfried Krupp-Schülerlabor den unterschiedlichen Teilaufgaben. Mutig begeben sie sich auf technisches Neuland, die wenigsten haben entsprechende Vorkenntnisse. Schon am ersten Arbeitstag surren die Servomotoren der Roboter und auf den Krawatten blinken die LEDs. Aus dem Stegreif entwickeln einige von ihnen eine Tanz-Choreographie, die charakteristische Bewegungsmuster der Roboter aufgreift. Das Filmteam schultert Stativ und Kameras, dreht und führt Interviews. Obwohl sich die Teilnehmer kaum kennen, arbeiten sie nun gemeinsam; Verständigungsprobleme werden umgehend gelöst.

Drehaufnahmen in Campus-Atmosphäre

stau Die Kulisse im kreisrunden Kino-Saal des Schülerlabors ist RUB-typisch: Bunter Beton, Audimax, Ruhrblick und Bahnstation sind auf Panorama-Bilder gebannt, Scheinwerfer beleuchten die Szenerie. Davor Tänzer und Roboter, am Ghettoblaster die Choreographen, dahinter die Kamera. Die Zeit drängt und noch während der Drehaufnahmen feilen Mensch und Maschine an ihrem Auftritt. Hier liegt die gemeinsame Schnittstelle: Programmierer, Tänzer und Kameraleute stimmen ihr Vorgehen gezielt aufeinander ab. Vor der geöffneten Tür stauen sich weitere Teilnehmer und Betreuer, die den Trubel im Inneren gespannt beobachten.

Weltpremiere um 11.40 Uhr

ausschnitt Als kurz vor dem Finale die Video-Profis vom MSZ rund drei Stunden Video-Rohmaterial in faszinierende sechs Minuten und 29 Sekunden packen, lassen einige Jugendliche die vergangenen Tage Revue passieren und schreiben ihre Eindrücke auf. Zeitgleich überbrückt ein spontan initiiertes Roboter-Fußball-Derby auf vier Quadratmetern im Nachbarlabor die Wartezeit. Doch dann ist es endlich soweit, Weltpremiere um 11.40 Uhr: Teilnehmer und Betreuer sehen erstmals „Wir sind die Roboter“. Einer Dokumentation der einzelnen Workshop-Phasen folgt die Performance als Musikvideo. Gebannt betrachten alle das Ergebnis auf der Leinwand und sind – begeistert.

1.800 Jugendliche aus Deutschland und Frankreich

Mit der Startnummer 43 ging „Wir sind die Roboter/Nous sommes les robots“ an den Start des deutsch-französischen Schülertreffens 2010. Anlässlich des 150-jährigen Geburtstags des Hildegardis-Gymnasiums kamen vom 21. bis zum 24. September 2010 insgesamt rund 1.800 Jugendliche aus Deutschland und Frankreich in Bochum zusammen. Eine Woche lang nahmen sie an etwa 80 verschiedenen Workshops teil. Die Veranstaltung ist ein Beitrag Bochums im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010.


Weitere Informationen
Dekanat der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
Meike Klinck, meike.klinck@rub.de